Hoch hinaus im Tiny House
 
19. Juni 2019 | Lesedauer: ca 2 min

Wohnen im Tiny House

Wie aus weniger mehr wird

Hoch hinaus im Tiny House


Größer ist besser? Die Tiny-House-Bewegung stellt althergebrachte Thesen zu Wohnen, Leben und Konsum auf den Prüfstand. Dabei entstehen Häuser, die faszinieren und zum Nachdenken anregen.

Stellen Sie sich vor: In nahezu allen Industrienationen steigt die Anzahl der Single-Haushalte stetig. Gleichzeitig wohnen wir in immer größeren Wohnungen, die mehr natürliche Ressourcen für Bau und Betrieb benötigen. Klingt irgendwie falsch, oder? Genau das haben sich schon die Pioniere der Tiny-House-Bewegung in den 1970er Jahren gedacht. Was als kleine Zufluchtsorte mit bodenständiger Bauweise begann, ist heute zu einem der großen Trends zum Thema Nachhaltigkeit geworden.

Finanziell frei und räumlich unabhängig

Von Anfang an prägt Idealismus die Tiny-House-Bewegung: Zum einen der Gedanke, die finanzielle und räumliche Freiheit nicht vollständig dem Wohnraum zu opfern. Deshalb waren Tiny Houses bis vor Kurzem auf jeden Fall immer mobil – und diese Mobilität definierte die Größenabmessungen. Zum anderen zählt der Umgang mit natürlichen Ressourcen und ein echter Beitrag zur Ökologie. Das zeigt sich vor allem im Material, das möglichst nachhaltig sein soll.

Wie klein ist tiny?

Eine genaue Definition dessen, was als Tiny House gilt, ist nicht einfach. Das amerikanische Baurecht spricht von unter 400 square feet, d.h. 37 qm. Wenn es einfach mit dem PKW von einem Ort zum anderen transportiert werden soll, darf es in Deutschland nicht breiter als 2,55 m und höher als 4 m sein. Und ein Höchstgewicht von 3,5 Tonnen nicht überschreiten. Kleine Häuser, die diese Maße überschreiten, werden häufig Mikrohäuser genannt. Sie zeichnen sich durch ähnliche Bauprinzipien aus, haben aber bis zu 140 qm Wohnfläche und bis zu 5 Zimmer.

Trend oder langfristige Lösung?

Wie nachhaltig das Konzept Tiny House selbst ist, lässt sich aktuell noch nicht abschätzen. Denn anders als klassische Ideen zur Optimierung von Wohnraum wie z.B. das Mehrgenerationenhaus oder das Aufstocken von Bestandsbauten, gibt es noch viel zu klären: Interessenten klagen speziell in deutschen Ballungsgebieten über mangelnde Stellplätze bzw. knappen Baugrund. Dass jedoch mehr dahintersteckt, als eine kurzfristige Mode, zeigen Zahlen aus den USA: Hier sind die Zulassungen von Tiny Houses in den letzten 15 Jahren von 5.000 auf 100.000 gestiegen. Kein Wunder, denn die Entscheidung für ein Tiny House ist eben nicht nur idealistisch, sondern durchaus auch wirtschaftlich attraktiv!

So werden Sie Tiny-House-Herr!

Tiny Houses werden mittlerweile auf den unterschiedlichsten Wegen angeboten: Fertighaushersteller haben sie im Programm, designierte Tiny-House-Spezialisten ebenfalls. Aber auch Tchibo hat sie bereits verkauft und auf Ebay sind sie zu finden! Auch Modelle aus dem 3D-Drucker sind zu haben. Aber bei Preisen ab 20.000 Euro lohnt sich auf jeden Fall eine intensivere Recherche. Einen guten Einstieg eröffnet das Web, hier gibt es zahlreiche Blogs und Erfahrungsberichte, aber auch einige Bausparkassen (z.B. wohnglueck.de von der LBS) bieten gut aufbereitete Infos für Einsteiger.

Auch Das Berliner Start-up Cabin One will neue urbane Lebensräume erobern. Dabei setzt das junge Team auf Qualität und Design – und innovative Ideen. Hier erfahren Sie, wie Sonnenschutz von WAREMA zur Lebensqualität im Cabin One beiträgt.

Foto: Jules Villbrandt